Grade, wenn der kinesiologische Muskeltest ganz neu für dich ist, kann es es sein, dass du erst mal unsicher mit dem Test an anderen Personen bist. Da spielt es dann gar keine Rolle, mit welcher Behandlungsmethode du anschließend weiterarbeitest, ob mit Cranio-sacral-Therapie, schamanischer Psycho-Kinesiologie oder irgend einer anderen Heilmethode, die den Muskeltest nutzt (oder auch gar keiner Heilmethode, weil du den Muskeltest nur für dich selbst nutzt). Unsicherheit bei Anfänger:innen ist ganz normal – das war auch bei mir nicht anders. Darum habe ich dir 8 Tipps zusammengestellt, wie du mehr Sicherheit mit dem Muskeltest gewinnen kannst.
Üben, üben, üben
Am besten solltest du so oft es geht die Gelegenheit nutzen, Sicherheit mit dem Muskeltest zu gewinnen. Je öfter du den Muskeltest anwendest, desto vertrauter wirst du mit ihm und desto besser wirst du in der Lage sein, zwischen einem schwachen und einem starken Muskel zu unterscheiden. Ich empfehle das Üben des Muskeltests am Anfang mit Personen, die keine Behandlung von dir brauchen, sondern dir einfach nur zum Üben zur Verfügung stehen. Das kann jede:r in deiner Umgebung sein, der da Lust und Zeit hat – Familienmitglieder, jemand aus dem Freundeskreis, neugierige Kolleg:innen … Das schafft ein Setting, in dem noch nicht so viel „Leistungsdruck“ auf dir liegt und so wirst du Sicherheit gewinnen, den Unterschied zwischen starkem und schwachem Muskel besser zu fühlen. Das Üben mit möglichst vielen verschiedenen Menschen wird dich auch sicherer in deinem Test machen, weil du dich an die Unterschiede in den Reaktionen des Muskels verschiedener Personen gewöhnen kann. Menschen sind unterschiedlich, darum fühlen sich auch ihre Muskelreaktionen nicht 100% gleich an. Bei einigen meiner Klient:innen sind die Muskelreaktionen z. B. ganz zart und der Unterschied zwischen starkem und schwachem Muskel entsprechend fein. Da kann ich den Test mit viel weniger Druck bzw. Schwung ausüben. Bei anderen muss ich im Vergleich deutlich mehr Kraft aufwenden, um die Muskelreaktion klar zu sehen. Besonders muskulöse Personen mit sehr trainierten Armmuskeln brauchen mehr Druck, um eine klare Muskelreaktion zu zeigen.
Den Muskel eichen vor Start der Behandlung
Der Muskeltest sollte bombensicher klappen BEVOR du die eigentliche Behandlung oder kinesiologische Balance startest. Bring also zunächst dich und die von dir behandelte Person in Resonanz, wenn du mit dem Muskeltest beginnst. Du kannst z. B. erst mal mit einfachen Ja-/Nein- bzw. Richtig-/Falsch-Fragen anfangen, um ein Gefühl der Muskelreaktion der behandelten Person zu bekommen. Das können ganz einfache Fragen sein, wie z. B. nach dem eigenen Namen, dem aktuellen Wochentag oder jeder anderen Frage, deren Antwort klar und eindeutig zu bestimmen ist. So bekommst du und auch dein:e Klient:in ein gutes Gespür, wie sich Ja- bzw. Nein-Antworten anfühlen.
An Haltung und Mindset arbeiten
Haltung meint hier zum einen tatsächlich die Körperhaltung, während du arbeitest. Deine Körperhaltung und -spannung können sich auf das Ergebnis des Muskeltests auswirken. Achte darauf, dass du entspannt und aufrecht stehst oder sitzt, während du den Test durchführst. Wenn du sitzt, achte darauf, dass du beide Füße auf dem Boden hast und nicht die Beine übereinanderschlägst, weil das das Testergebnis verfälschen kann.
Genauso wichtig ist die Arbeit an der inneren Haltung. Diese sollte so unvoreingenommen wie möglich sein. Alles, was du weißt, kann so sein, wie du glaubst. Es kann aber auch ganz anders sein. Daher bleib achtsam und teste immer mit viel Respekt und Aufmerksamkeit. Nimm die Antworten neugierig, aber gleichmütig wahr. Du kannst dies ganz leicht überprüfen: Ist es dir „egal“, ob der Muskel mit einem Ja oder einem Nein reagiert? Wüsstest du in beiden Fällen, was als nächstes zu tun ist? Wenn das so ist: Wunderbar! Wenn das ehrlicherweise noch nicht so ist, solltest du die hinter dieser Haltung liegenden Gedanken und Glaubenssätze untersuchen und bearbeiten.
Ich hatte z. B. bei meinen ersten Behandlungen immer totale Angst, dass ich keine klare Muskelantwort bekomme. Da es ohne Antwort aber nicht geht, stand damit für mich der Erfolg der ganzen Behandlung auf dem Spiel. Ich habe mich darum oft sehr unter Druck gesetzt, was natürlich keine hilfreichen Gedanken waren. Ich habe dann über Coaching und MSPK an meinem Mindset gearbeitet, hinderliche Glaubenssätze identifiziert, bearbeitet und dadurch aufgelöst. Durch die Kombination von Üben und Mindset-Arbeit konnte ich viel Selbstbewusstsein gewinnen, sodass ein sicherer Muskeltest für mich irgendwann total selbstverständlich war.
Übungsgruppe bilden
Wenn du dich in Ausbildung befindest, kannst du mit anderen Teilnehmenden eine Übungsgruppe bilden. Trefft euch außerhalb des Ausbildungs-Settings und übt den Muskeltest (sowie ggf. auch die kinesiologische oder sonstige Behandlungs-Methode, die ihr lernt) jeweils an euch gegenseitig. Indem ihr abwechselnd in die Rolle von testender Person und Testperson schlüpft, gewinnt ihr auf beiden Seiten wertvolle Erkenntnisse für eure eigene Arbeit. Außerdem könnt ihr euch gegenseitig Feedback geben, was sehr hilfreich sein kann, um deine Technik und Ergebnisse zu verbessern.
Präzise Fragestellungen
In der schamanischen Psycho-Kinesiologie, mit der ich arbeite, ist das Formulieren genauer Fragestellungen absolut entscheidend für klare Testergebnisse. Es ist wichtig, dass du die Frage klar und eindeutig stellst. Verfeinere darum bei unklarem Testergebnis sukzessive deine Fragestellungen: Da kann es auf jedes einzelne Wort ankommen! Variiere also deine Fragestellungen und überprüfe, ob sich das Testergebnis ändert. Je präziser du die Frage formulierst, desto präziser werden auch deine Ergebnisse sein.
Konzentration und Fokus
Vermutlich ist es für dich selbstverständlich, dass du dich vor Start einer Balance oder Heilbehandlung in einen guten, konzentrierten Zustand begibst. Vielleicht hast du schon ein Lieblings-Ritual, mit dem du deine Konzentration förderst und in die Ruhe kommst, wie z. B. eine Meditation oder eine schamanische Erdungs-Übung. Trotzdem kann es passieren, dass du anschließend während der Behandlung mal den Fokus verlierst, sich ablenkende Gedanken einschleichen oder ähnliches. Das ist gerade am Anfang völlig normal und kein Grund zur Sorge. Geh in diesem Fall einfach kurz aus dem Feld, tritt einen Schritt zur Seite oder verlass, falls notwendig, kurz den Raum (natürlich nur, wenn du deine Klient:innen kurz alleine lassen kannst). Atme ein paar Mal tief durch. Lass dabei die Ausatmung doppelt so lang werden wie die Einatmung, das beruhigt dein Nervensystem. Trink ein Glas Wasser langsam und in kleinen Schlucken. Unterstütze dich ggf. selbst mit einer positiven Affirmation wie „Ich bin fokussiert und präsent“. Wiederhole diesen ein paar Mal laut ausgesprochen oder auch nur mental in deinem Kopf und setze die Behandlung dann fort.
Über einen anderen Muskel testen
Im Prinzip lässt sich der Muskeltest an allen Muskeln des Körpers ausführen. In den meisten Fällen wird der Muskeltest am Oberarm, meist am Deltamuskel oder am Trizeps, durchgeführt. Wie oben schon beschrieben kann es aber sein, dass du an diesem Muskel keine eindeutigen Testergebnisse bekommst, z. B. bei sehr muskulösen Menschen. Übe darum rechtzeitig Tests an alternativen Muskeln ein, bevor du mit deiner ersten Behandlung beginnst. Als Alternativen zum Oberarm kannst du z. B. auch den Muskel am Unterarm testen. Oder du lässt deine:n Klient:in den bi-digitalen O-Ring Test machen und beobachtest, ob du damit klarere Testergebnisse erzielst.
Über den Selbsttest gehen
Und dann kann es immer noch Situationen geben, in denen du trotz Sicherheit, der richtigen Haltung, einer präzisen Frage und klarem Fokus keine eindeutigen Antworten (mehr) von deiner Testperson bekommst. Das kann daran liegen, dass die zu testende Person nicht mehr testfähig ist, z. B. weil die Symptome zu schwer sind, oder im besten Fall schon ein tiefer Entspannungs- und Heilungszustand eingesetzt hat. In diesen Fällen ist das Testen über den Selbsttest eine einfache Möglichkeit, die Behandlung trotzdem fortführen zu können.
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