Mein Weg zum Coaching

Vielleicht bist du so wie ich, und liest auf Websites von Einzelunternehmer:innen im Bereich Coaching, Training oder Beratung immer erst die „Über mich„-Seite. Ich finde das immer wahnsinnig spannend, insbesondere bei Personen, bei denen der Lebenslauf zu Beginn nicht unbedingt vermuten ließ, dass sich der Weg mal so entwickeln würde, wie es dann tatsächlich kam. In diesem Sinne: Hier ist meine Geschichte.

Ich habe schon mein ganzes Leben lang gecoacht und beraten – natürlich ohne es damals schon so zu nennen. Als Kind hätte ich gesagt: Naja, ich geb meinen Freundinnen halt gern Tipps. Und ich wurde auch viel um Rat gefragt, ohne dass ich das aktiv angeboten habe. Irgendwie schienen die Menschen sich schon früh intuitiv an mich zu wenden1, egal ob es um Ratschläge bei Stress in der Beziehung oder später die Wahl des richtigen Studienfachs ging. Im Studium wurde es dann etwas ruhiger um meine Beratungs-Tätigkeiten: Lernen, Seminare und Klausuren prägten die Semester und ließen wenig Zeit für anderes. Mit Start ins Berufsleben in der Werbeagentur Beaufort 8 konnte ich dann wieder recht schnell beratend tätig werden. Dadurch, dass ich mich schnell in Themengebiete einarbeiten und mir Expertin-Wissen aneignen konnte, kamen meine Kolleginnen und Kollegen gerne auf mich zu. „Nicht verzagen, Corinna fragen!“ war mein Wahlspruch. Und dann zogen die (Berufs-)Jahre so ins Land, und mit ihnen Gedanken wie „Wie lange will ich noch in diesem Job bleiben? Ich war mittlerweile 7 Jahre im gleichen Job, hatte die ersten Karriereschritte gemacht und fühlte mich eigentlich ganz wohl. Aber sollte ich nicht vielleicht mal den Arbeitgeber wechseln? Oder vielleicht doch noch was ganz anderes machen? Aber falls ja dann was???“ Da habe ich gemerkt, dass ich ausnahmsweise mal selbst einen guten Rat gebrauchen könnte. Erste Anlaufstelle: Fachbücher. Und ich habe mit „Finde den Beruf, der dich glücklich macht“ von Angelika Gulder auch schon eine gute Wahl getroffen. Am Ende des ersten Buchteils standen mehrere in Frage kommende Berufsbereiche auf meinem Zettel – darunter auch Coaching. Also habe ich mich als nächstes für ein Berufs-Coaching entschieden und dachte: Super, da schlag ich zwei Fliegen mit einer Klappe – ich bekomm Klarheit, welcher der Berufe der perfekte für mich ist und seh gleich, wie eine Coach arbeitet, falls ich mich tatsächlich fürs Coaching entscheiden sollte. So hoch meine Erwartungen waren, so groß war meine Enttäuschung nach dem vierstündigen Coachingtermin: Ich war eher noch verwirrter und unschlüssiger als davor. Rückblickend betrachtet möchte ich da meiner damaligen Coach gar keinen Vorwurf machen, sondern glaube eher, dass ich die falsche Erwartungshaltung hatte, weil ich damals dachte, die Coach zeigt mir die Lösung2. Vielleicht hat aber auch einfach die Chemie zwischen mir und meiner Coach nicht gestimmt (oder ich bin mit ihren Methoden nicht klar gekommen). Also hab ich das Thema auf Eis und das Buch erst mal zur Seite gelegt (was laut der Autorin anscheinend an dieser Stelle im Prozess sehr häufig vorkommt). Und das war auch kein Problem, denn mein Beruf hat mir ja noch Spaß gemacht (darum mache ich ihn in reduziertem zeitlichen Umfang bis heute). Aber trotzdem hat mich der Gedanke nicht losgelassen: „Da muss es doch noch mehr geben!“ Diese Sehnsucht hat mich immer weiter umgetrieben – und sich mit der Sehnsucht nach der Sicherheit eines festen Jobs und dem Spaß mit meinen Kolleg:innen in der Agentur die Waage gehalten. Also war klar: Ich will mich nicht für das eine oder das andere entscheiden. Ich will BEIDES. Und: Ich geh jetzt den Schritt. Also eines Morgens den Entschluss gefasst: ein Teilzeit-Sabbatical sollte es sein, das mir weiterhin die finanzielle Sicherheit gibt und gleichzeitig Freiraum für eine Coaching-Ausbildung bietet. Und dann ging alles sehr schnell: Ich hab ein ausführliches Konzept gemacht (typisch Perfektionistin). Die Finanzierung durchgerechnet (typisch BWLerin). Mein Umfeld informiert (typisch Kommunikatorin). Anbieter recherchiert und dabei schier kein Ende gefunden (typisch Frau mit Goldfisch in ihrem inneren Team). Mich dann doch noch entschieden (und dabei gemerkt, dass das Treffen von Entscheidungen SEHR schwer sein kann und es gut ist, wenn man dabei Unterstützung hat). Und schließlich die kombinierte Mediations- und Coaching-Ausbildung beim Europäischen Hochschulverbund gestartet und 2018 erfolgreich abgeschlossen. Seitdem arbeite ich in meinem Herzensberuf als Coach und freue mich jedes Mal, wenn ich meine Coachees durch meine Arbeit helfen und sie durch ein Coaching ein Stück weiterbringen kann.

Was habe ich gelernt – und was kannst vielleicht auch du aus meiner Geschichte mitnehmen?

  • Große Entscheidungen brauchen Zeit. Aber wenn die Zeit reif ist, geht es echt schnell.
  • Mit Profi-Hilfe in Form eines Coachings geht es besser. Aber man braucht eine realistische Erwartungshaltung und die richtige Coach.
  • Wenn der Weg vorbestimmt ist, kann man seiner Berufung nicht entgehen. Umso besser ist es darum, nicht zu lange zu warten, sich damit zu beschäftigen.

Wie ist es bei dir? Weißt du schon, wo dein beruflicher oder Lebens-Weg dich noch hinführen soll? Hast du deine Berufung schon gefunden? Falls du dir mehr Klarheit wünschst kann ich dich vielleicht mit einem Coaching unterstützen. Meld dich gerne bei mir und wir schauen, wie ich dir helfen kann.

1 Heute weiß ich, dass empathische Beratung eine der typischen Stärken von Hochsensiblen ist, und meine Mitmenschen wahrscheinlich deswegen schon damals mit mir in Resonanz gegangen sind.
2 Treue Leser:innen wissen natürlich, dass Coaching nicht das Gleiche ist wie Beratung. Neue Leser:innen können das in diesem Artikel noch mal nachlesen.

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